Gibt es zu Celitement vergleichbare Konkurrenzprodukte oder ähnliche Entwicklungsbemühungen anderer Hersteller?

Uns ist kein Produkt offiziell bekannt das behauptet die gleichen Phasen wie Celitement herzustellen. Celitement ist zudem durch weltweite Patente geschützt. Allerdings gibt es mit den sogenannten LTTB (Low Temperature Belite Bindern) eine Entwicklung die, ähnlich wie in einem von der Celitement GmbH derzeit aber nicht genutzten Basispatent des KIT, hochreaktiven Belit aus in Autoklaven hergestelltem alpha-C2SH herstellt. Wird dieser über ca. 490°C erhitzt, bilden sich sehr reaktive Produkte die u.a. sog. X-C2S und amorphes C2S enthalten. Es wird beim LTTB behauptet, dass die ebenfalls durchgeführte Mahlung aber keine Aktivierung darstellt, sondern nur zur Einstellung passender Korngrößenverteilungen dient. Wasserfreie, hochreaktive C2S-Modifikationen können also über einen Autoklavenprozess mit anschließender Hochtemperaturbehandlung durchaus hergestellt werden. Sie sind dann aber keine hCHS-Phasen und zeigen auch andere Eigenschaften. Uns ist auch nicht bekannt das solche Stoffe über eine REACH-Registrierung verfügen.

Ist die Celitement GmbH an einer technischen Zusammenarbeit mit Maschinen- und Anlagenbauern interessiert?

Im Prinzip schon, wir sind an allen Technologien interessiert die uns helfen, schnell am Markt erfolgreich zu sein. Wir haben dafür bereits einige Kooperationen mit Maschinen- und Anlagenbauern abgeschlossen. Die Weiterentwicklung des Herstellverfahrens, bis hin zur industriellen Reife, erfordert eine branchenübergreifende und sehr enge Zusammenarbeit mit etablierten und leistungsstarken Anlagenbauern und Maschinenlieferanten.

Vor diesem Hintergrund wurden bereits seit Beginn der Vorplanungsaktivitäten für eine erste industrielle Referenzanlage gezielt über längere Zeiträume Kooperationsverträge mit geeigneten Anlagenbauern gezeichnet.

Darüber hinaus wurden zur Spezifikation, Auslegung und Beschaffung der Maschinentechnik, zahlreiche Dienstleistungsversuche in Technikumsanlagen der jeweils beteiligten Maschinenlieferanten durchgeführt und ausgewertet.

Ist die Celitement GmbH an exteren Beratungsleistungen zu Patenten und Markenrechten interessiert?

Nein, wir benötigen derzeit keine Beratung in Patent- und Markenfragen.

Ist die Celitement GmbH an Joint Ventures oder anderen Arten der Zusammenarbeit mit Bindemittelherstellern interessiert?

Interessenten die mit uns zusammenarbeiten wollen, können sich gerne mit der Geschäftsführung der Celitement GmbH in Verbindung setzen. Wir prüfen jede Anfrage u.a. wettbewerbsrechtlich und auf ihre technologische Sinnhaftigkeit.

Ist die Celitement GmbH auch von der Corona Krise betroffen?

Die Corana-Pandemie hat uns mitten in der Übernahmephase durch die Schwenk Zement KG getroffen. Nachdem der Kooperationsvertrag mit dem KIT Ende 2019 ausgelaufen war, sind die Mitarbeiter des Institutes für Technische Chemie (ITC) wieder an ihre Arbeitsplätze im Institut des KIT zurückgekehrt. Es fehlt also Personalkapazität innerhalb der Celitement GmbH die nun wieder aufgebaut werden muss. Dies wird durch die, mit Corona-Krise verbundenen, Auflagen erschwert. Auch die Erweiterung der Pilotanlage geht nun etwas mühsamer voran als ohne Corona. Insofern hat der Virus unseren Neustart in die letzte Phase der Entwicklung, hin zur Entscheidung über den Bau einer industriellen Anlage, durchaus etwas behindert. Aber das ist nur temporär, wir sind uns sicher das die „Celitement GmbH 2.0“ bald schnell an Fahrt aufnehmen wird.

Ist die Celitement GmbH bzw. die SCHWENK Zement KG der einzige Zementhersteller der dieses neue Bindemittel produziert?

Ja, nur die Celitement GmbH verfügt über eine weltweit exklusive Verfahrens- und Stofflizenz zur Herstellung dieses neuen Bindemittels. Andere Zementhersteller können bei Interesse aber bei der Celitement GmbH&Co.KG eine Unterlizenz erwerben. Wir gehen derzeit allerdings davon aus, dass Lizenznehmer zunächst abwarten ob die Schwenk Zement KG sich zur Errichtung einer ersten industriellen Anlage entschließt. Erst wenn diese erfolgreich in Betrieb gegangen ist und das Produkt vom Markt akzeptiert wird, dürften andere Hersteller ebenfalls Interesse an Lizenzen zeigen.

Ist die Celitement GmbH daran interessiert als Projektpartner an öffentlich geförderten Forschungsprojekten teilzunehmen?

Ja, das kommt aber natürlich auf die Fragestellung und den erforderlichen Umfang an. Das Interesse zur Mitwirkung an öffentlich geförderten F&E-Projekten lässt sich am besten mit dem Verweis auf die beiden bereits erfolgreich abgeschlossenen Vorhaben belegen. Grundsätzlich besteht dieses Interesse auch weiterhin. Der Schwerpunkt liegt aktuell allerdings eher im Bereich der anwendungsbezogenen und verfahrenstechnischen Entwicklung, als im Bereich der Grundlagenforschung.

Wir arbeiten vordringlich an der produkttechnischen Markteinführung von Celitement und der Klärung letzter verfahrenstechnischer Fragestellungen im Rahmen der Auslegung einer ersten industriellen Referenzanlage. Wir werden den Aufwand für reine Forschungsprojekte daher genau von den verfügbaren Kapazitäten abhängig machen. Prinzipiell sind wir aber für alle guten Ideen und Forschungsansätze offen. Grundsätzlich sind wir daran interessiert, ein möglichst breites Spektrum möglicher Anwendungen für Celitemente zu entwickeln.

Kann man die Celitement Pilotanlage besichtigen?

Die Anlage ist nicht für den Publikumsverkehr geöffnet. Auch das Gelände des Campus Nord des KIT kann nicht ohne Besuchsgenehmigung betreten werden. Besichtigungen der Pilotanlage sind nur nach Genehmigung durch die Geschäftsführung der Celitement GmbH möglich.

Warum hat SCHWENK die Celitement GmbH 2020 vollständig übernommen?

Eine einfache Antwort wäre: Weil SCHWENK von dem Prinzip des Bindemittels Celitement überzeugt ist. Aber daneben gibt es natürlich noch andere Überlegungen. In der bisherigen Gesellschafterstruktur war die gemeinsame Bereitstellung der doch erheblichen finanziellen Mittel für eine notwendige Erweiterung der Pilotanlage, aber auch für den weiteren Geschäftsbetrieb, nicht sichergestellt. Die Erweiterung soll wichtige Marktinformationen liefern, die für die Errichtung einer Industrieanlage noch benötigt werden. Jeder Investition in eine Baustoffproduktionsanlage muss ein belastbares Geschäftsmodell zugrunde liegen. Dazu muss man über eine sichere Prognose der zukünftigen Absatzmengen verfügen. Dies kann nur in Zusammenarbeit mitmöglichen Abnehmern erfolgen. Diese müssen sicher gehen können, dass Ihre zuvor mit Celitementen aus der Pilotanlage entwickelten Produkte und Anwendungen in gleicher Qualität auf industriellen Produktionsanlagen produziert werden können. In zahlreichen Anwendungsfeldern liegen durchaus vielversprechenden Laborversuche mit Celitement Probematerial vor. Als nächster Schritt sind häufig aber umfangreiche Produktionsversuche unter Realbedingungen notwendig. Dafür werden aber häufig Materialmengen im einstelligen Tonnenbereich benötigt. Solche Mengen können in der derzeitigen Pilotanlage leider nicht hergestellt werden. Es musste daher zwingend in eine Erweiterung der Anlage, u.a. mit einem größeren und auch für eine spätere Industrieanlage vorgesehenen Mahlaggregat, investiert werden. Die dafür benötigten Finanzmittel konnten in der bisherigen Gesellschafterstruktur nicht zur Verfügung gestellt werden. SCHWENK hat den bisherigen Mitgesellschaftern daher die vollständige Übernahme Ihrer Anteile an der Celitement GmbH angeboten, um die Arbeit der letzten Jahre erfolgreich weiterführen und auch abschließen zu können. Die Übernahme der Celitement GmbH zum 1.1. 2020 ermöglicht sowohl die Fortführung des Projektes, dient aber auch der Absicherung einer von SCHWENK geplanten, aber noch nicht freigegeben, größeren Investition in eine erste industrielle Referenzanlage.

Warum möchte die Celitement GmbH die Pilotanlage erweitern und investiert nicht sofort in eine wirklich große industrielle Anlage?

Die Celitement GmbH beabsichtigt nicht industrielle Anlagen zu errichten oder zu betreiben. Wir entwickeln und beraten die verfahrenstechnischen und stofflichen Grundlagen, die für eine Lizensierung und Beratung der Technologie an Dritte benötigt werden. Dazu legen wir mit Maschinen- und Anlagenbauern eine industrielle Anlage aus, damit potenzielle Lizenznehmer über eine belastbare technische und planerische Entscheidungsgrundlage für die Lizenznahme verfügen. Die Pilotanlage in Karlsruhe wird benötigt um größere Versuchsmengen herzustellen, um auch die Marktfähigkeit des Produktes abzusichern. Diese Informationen ergänzen die rein technischen Grundlagen um die nötigen betriebswirtschaftlichen Aspekte.

Wie erhalte ich eine Lizenz zur Herstellung von Celitement?

Wenn Sie Interesse an Gesprächen zum Erwerb einer Produktionslizenz haben, wenden Sie sich bitte direkt an die Geschäftsführung der Celitement GmbH.

Wie gehe ich vor, wenn ich eine industrielle Celitement Produktionsanlage im Ausland errichten möchte?

Die Celitement GmbH vergibt weltweit Lizenzen an interessierte Baustoffhersteller. Wenn Sie in Verhandlungen dazu eintreten möchten, wenden Sie sich bitte an die Geschäftsführung.

Wurde die Entwicklung von Celitement mit öffentlichen Mitteln gefördert?

Ja, in der Anfangsphasen und später im Rahmen der Applikationsentwicklung, wurde auch die Celitement GmbH über zwei große Förderprojekte des BMBF gefördert. Einzelheiten können sie den Projektberichten und den Angaben auf unserer Homepage entnehmen.

« Zurück zur Übersicht